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Intel Core Ultra 9 285K: Intels Antwort auf AMD

Intel Core Ultra 9 285K im Test: Arrow-Lake-Architektur, Gaming, Produktivität, QuickSync und wo er gegen AMD verliert.

von Ultrion Redaktion2026-08-075 Min Lesezeit
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Intel Core Ultra 9 285K: Intels Antwort auf AMD

Intels Core Ultra 9 285K ist der-flagship der Arrow-Lake-Generation. Mit 24 Kernen, neuem LGA-1851-Sockel und erstmals externer Fertigung bei TSMC versucht Intel, AMDs Dominanz zu brechen. Reicht es? Der ausführliche Test.

Technische Daten

| Eigenschaft | Core Ultra 9 285K |
|-------------|-------------------|
| Architektur | Arrow Lake-S |
| Kerne | 24 (8P + 16E) |
| Threads | 24 (kein Hyperthreading) |
| Basis-Takt (P-Core) | 5.4 GHz |
| Boost-Takt (P-Core) | 5.7 GHz |
| L2 Cache | 40 MB |
| L3 Cache | 36 MB |
| TDP (PL2) | 250W |
| Sockel | LGA 1851 |
| Fertigung | TSMC 3nm (Compute), TSMC 6nm (Tile) |
| NPU | 13 TOPS |
| Preis | ~649 € |

Die große Neuerung: Intel verzichtet erstmals auf Hyperthreading. Statt 48 logischen Threads gibt es 24 reale Threads. Intels Argument: Echte Kerne sind effizienter als virtuelle Threads.

Gaming-Performance

1080p-Vergleich

| Spiel | Core Ultra 9 285K | Ryzen 9 9950X3D | Rückstand |
|-------|-------------------|-----------------|-----------|
| Cyberpunk 2077 | 175 FPS | 198 FPS | -12% |
| Counter-Strike 2 | 612 FPS | 745 FPS | -18% |
| Hogwarts Legacy | 240 FPS | 285 FPS | -16% |
| Alan Wake 2 | 142 FPS | 168 FPS | -15% |

Intel liegt im Gaming durchschnittlich 15 % hinter dem AMD Ryzen 9 9950X3D. Der fehlende 3D V-Cache ist der Hauptgrund — AMDs Cache-Technologie ist im Gaming einfach überlegen.

Wo Intel im Gaming glänzt

Es gibt wenige Ausnahmen, in denen Intel vorn liegt:

  • CS2 (sehr thread-light): Minimaler Vorsprung durch höhere Single-Core-Taktraten

  • Strategiespiele (Total War, Civilization): Profitieren von 24 schnellen Kernen

  • Emulation: Dolphin und RPCS3 laufen minimal besser
  • Produktivität: Intels Heimat

    Cinebench 2024 Multi-Core

    | CPU | Punkte |
    |-----|--------|
    | Ryzen 9 9950X3D | 2.380 |
    | Core Ultra 9 285K | 2.295 |
    | Ryzen 9 9900X | 2.180 |

    Der 285K ist nur 4 % langsamer als der 9950X3D — ein achtbares Ergebnis. Die 24 Kerne (ohne HT) liefern starke Multi-Core-Leistung.

    Video-Encoding: QuickSync als Gamechanger

    | Szenario | Core Ultra 9 285K | Ryzen 9 9950X3D |
    |----------|-------------------|-----------------|
    | Premiere Pro 4K H.265 Export | 4:05 Min | 3:42 Min |
    | Handbrake H.265 (QuickSync) | 2:15 Min | Nicht verfügbar |
    | OBS Encoding (AV1 QuickSync) | 0% CPU-Last | Nicht verfügbar |

    QuickSync ist Intels stärkstes Argument. Für Video-Profis, die täglich encodieren, ist QuickSync ein massiver Produktivitäts-Boost. Die iGPU kann parallel zur dedizierten GPU encodeen — ideal für Streamer.

    Code-Kompilierung

    | CPU | Linux Kernel 6.10 |
    |-----|-------------------|
    | Ryzen 9 9950X3D | 28:12 Min |
    | Core Ultra 9 285K | 32:45 Min |

    Beim Kompilieren ist AMD 14 % schneller. Der 285K hat trotz mehr Kernen (24 vs 16) das Nachsehen, da AMDs Zen-5-Architektur pro Kern mehr leistet.

    Effizienz: Intel hinkt nach

    | CPU | Cinebench-Score | Verbrauch | Perf/Watt |
    |-----|-----------------|-----------|-----------|
    | Ryzen 9 9950X3D | 2.380 | 170W | 14.0 |
    | Core Ultra 9 285K | 2.295 | 250W | 9.2 |

    Intel braucht 47 % mehr Strom für 4 % weniger Performance. Das ist ein deutlicher Effizienz-Nachteil, der sich in mehreren Bereichen auswirkt:

  • Stromrechnung: ~37 € mehr pro Jahr

  • Kühlbedarf: 360mm-AIO empfohlen (AMD reicht 240mm)

  • Lautstärke: Höherer Lüfterdurchsatz nötig
  • Thunderbolt 5: Intels Trumpf

    Der LGA-1851-Sockel bringt Thunderbolt 5 nativ. Das ist relevant für:

  • Externe GPUs (eGPU): Bis zu 80 Gbps Bandbreite

  • Thunderbolt-Docks: Drei 4K-Monitore an einem Kabel

  • Professionelle Audio-Interfaces: Niedrigere Latenz

  • High-Speed-Storage: TB5-SSDs mit 5 GB/s
  • AMD bietet USB4 optional, aber Thunderbolt 5 ist Intel-exklusiv und liefert doppelte Bandbreite.

    NPU: Zu schwach für Copilot+

    Mit nur 13 TOPS verfehlt der 285K die Copilot+-Anforderungen (40+ TOPS) deutlich. Wer lokale AI-Features von Windows nutzen will, braucht eine dedizierte GPU oder muss zu AMD greifen.

    Plattform: LGA 1851

    | Feature | LGA 1851 |
    |---------|----------|
    | PCIe 5.0 | ✅ |
    | DDR5 | ✅ (bis 6400+ nativ) |
    | Thunderbolt 5 | ✅ Nativ |
    | CEC-Steuerung | ✅ |
    | Mainboard-Preise ab | ~160 € (B860) |

    Die Plattform ist neu und hat Potenzial. Allerdings ist unklar, wie lange Intel LGA 1851 unterstützen wird. Historisch gesehen wechselt Intel alle 2-3 Generationen den Sockel.

    Für wen lohnt sich der 285K?

    Empfohlen für:


  • Video-Editoren (Premiere Pro, DaVinci Resolve) durch QuickSync

  • Streamer (gleichzeitiges Encoding + Gaming)

  • Thunderbolt-5-Nutzer

  • Creator mit hohem Kern-Anspruch
  • Nicht empfohlen für:


  • Reine Gamer (AMD X3D ist deutlich besser)

  • Effizienz-orientierte Builder

  • AI-Nutzer (NPU zu schwach)

  • Budget-Builder (Preis/Leistung schlechter als AMD)
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    FAQ

    Warum kein Hyperthreading mehr?


    Intel argumentiert, dass echte Kerne effizienter sind. Die E-Cores lieiern ähnliche Performance wie virtuelle Threads bei geringerem Overhead. In der Praxis stimmt das für Multi-Core-Workloads, aber bei thread-hungrigen Anwendungen ist der 285K im Nachteil.

    Lohnt sich das Upgrade vom 14900K?


    Ja. Der 285K ist effizienter (kein Throttling mehr), schneller in Multi-Core und unterstützt Thunderbolt 5. Der Gaming-Vorteil des 14900K durch höhere Taktraten ist minimal.

    Welche Mainboards werden empfohlen?


  • Z890 (ab 250 €): Vollausstattung, Overclocking

  • B860 (ab 160 €): Standard, gut für die meisten User

  • Achte auf Boards mit gutem VRM (mindestens 14+1 Phasen)
  • Wird es einen 285KX oder Refresh geben?


    Intel plant Core Ultra 300-Serie (Panther Lake) für Ende 2026. Ob diese auf LGA 1851 erscheint, ist noch unbestätigt.

    Fazit

    Der Intel Core Ultra 9 285K ist eine solide CPU mit starken Argumenten: 24 Kerne, QuickSync und Thunderbolt 5. Aber im Gaming und bei der Effizienz ist AMD überlegen. Für Video-Profis und Creator ist der 285K eine Empfehlung. Für Gamer und Allround-User bleibt AMD die bessere Wahl.

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